Hier findest Du nur zwei Texte ... die Essenz von 20 Jahren ...

Text 1 - Der Berg ruft

Text 2 - Ein kleines Dorf - das große Schweigen - innere Freiheit


Text 1:

„Der Berg ruft.“


… und dann war Sie oben auf dem Berg,

jenem Berg, der ihr vor vielen Jahren

zugerufen hat: „Komm.“

Jahre hat sie gebraucht,

um den Mut zu haben, hochzumarschieren.

Weitere Jahre,

um dort oben anzukommen.

Weil Sie so unendlich viel erlebt hat,

auf dem Weg zur Bergspitze.

Mal war der Weg leicht, mal schwer.

Mal ging es leichtfüßig schnell,

mal gar nicht mehr.

Sie marschierte - manchmal vorwärts,

manchmal auch rückwärts,

weil einige Hindernisse zu groß schienen.

Manchmal hat Sie nur Anlauf genommen,

und dabei Mut eingeatmet.

An manchen Tagen hat Sie gestaunt,

wie ein kleines Kind - mit großen Augen,

weil da so viele Erlebnisse und

Erkenntnisse zu finden waren.

Spechte klopften den Rhythmus Ihres Herzens,

und Sie ist ihnen gefolgt.

Eichhörnchen erzählten Ihr lehrreiche Geschichten,

auf lebendigleichte Weise.

Schmetterlinge zauberten ein Lächeln in Ihr Gesicht

und schenkten Ihr Zuversicht.

Sie hat Pausen eingelegt,

mal länger, mal kürzer und

aus unterschiedlichsten Gründen.

Mal hat Sie dem Rauschen des Windes zugehört,

ein anderes Mal hat Sie Zeit mit anderen verbracht

und manchmal hat Sie sich von einem Sturz erholt.

Manche Strecken ist sie allein gelaufen,

andere Etappen mit Herzensmenschen.

Dabei hat Sie andere zum Stolpern gebracht,

und umgekehrt geschah dies auch.

Verletzungen passieren auf Wanderschaft.  

Wichtig ist Heftpflaster und Wundsalbe zu reichen,

und gereicht zu bekommen!!

Manche Menschen haben Sie überholt,

andere hat Sie überholt und

manche sind andere Wege gegangen

oder haben sich niedergelassen

oder sie marschierten wieder runter.

Je nach Situation auf dem Weg,

hat Sie gelacht, geweint, geschrien …

und dann stand Sie vor der letzten Etappe.

Kaum noch Kraft,

gönnte Sie sich eine Pause.

Das letzte Stück …

Es sah so schwierig aus

und ihr wurde klar,

diese Strecke musste sie allein gehen.

Längst vergessene Höhenangst holte sie ein …

Doch etwas in ihr flüsterte ihr leise zu:

„Der Berg ruft. Du schaffst das.“

Sie sammelte all ihren Mut …

für die letzte Etappe …

lief langsam los …

und der bisher sanfte Wind …

wurde unterwegs zu einem Kraftvollen,

der ihr all ihre alten, längst vergessenen Ängste

um die Ohren haute.

Sie weiß nicht wie sie es schaffte,

oben auf dem Berg anzukommen.

Auf ihrem persönlichen Mount Everest

- auf emotionaler Ebene.

Ihren Zustand kann Sie nicht in Worte fassen

Dennoch spürt sie ihr inneres aufgerichtet sein.

Sie atmet ein.

Sie atmet aus.

Sie steht hier ganz allein,

weil das Leben ihr zeigen wollte,

dass alles aus ihr selbst heraus gebiert

und Sie alleine dastehen kann,

mit ihrem Stab des „ICH BIN“

in ihrer Hand.

Sie schaut zurück,

in ihre Vergangenheit,

bedankt sich bei ihr

und segnet sie.

Sie atmet ein.

Sie atmet aus.

Sie fühlt ihre Wurzeln zu Mutter Erde.

Ihr Geist ist ausgerichtet zum Vater Himmel.

Sie trifft die Entscheidung,

alte selbstzerstörerische Verhaltensmuster

hinter sich zu lassen.

Sie schaut nach vorne,

und sieht den Weg der vor ihr liegt.

Sie lächelt, weil ihr Herz ihr zuflüstert:

„Wenn Du soweit bist weiterzulaufen,

wird es auf Deinem Weg,

neue und alte Begegnungen geben.

Sie werden eines gemein haben.

Herzöffnung und die Bereitschaft,

voneinander zu lernen

und gemeinsam zu wachsen.“


Text 2:

Ein kleines Dorf - das große Schweigen - innere Freiheit


Sie war klein und erfuhr viele Jahre sexuellen Missbrauch …

Das Kind von einst wurde von keinem Erwachsenen beschützt.

Nicht von jenen in der Großfamilie

und nicht von jenen in der Sippe – dem Dorf.

Nicht vom Hausherrn …

Nicht vom Dorfführer …

Kein Kind wurde einst beschützt …

von all den Kindern der Großfamilie,

die durch den gleichen Tyrannen Missbrauch erfuhren.

Sexuell und/oder körperlich und/oder emotional.

Warum dem so war – das ist heute nicht wichtig.

Es ist schlichtweg nur eine Feststellung & eine Tatsache.

Außerdem eine Geschichte,

die unzählige Menschen erzählen könnten -

mit unterschiedlichen Details.

Geschichten in denen Frauen schwiegen

und Männer blind sein w/sollten.


Sie wurde älter …

und älter …

und älter …

Sie fragte sich, warum es in ihrem Leben nur Begegnungen gab,

in denen Männer sich nicht nur nicht vor oder neben sie stellten,

wenn sie es brauchte,

sondern selbst unempathisch bis stumpf Grenzen überschritten –

emotional verletzten …

im Stich ließen …

immer und immer wieder.

Es veränderte sich selbst dann nicht,

als sie bewusst davon zurücktrat

der bessere Mann sein zu wollen,

damit der Mann seinen Platz einnehmen konnte.


Eines Tages aber fand sie in sich einen Raum,

den sie als Kind fest verschlossen

& dann vergessen hatte.

Als sie die Tür öffnete kam ein Sog

aller Todesängste, dort eingesperrt,

beginnend in der Kindheit bis heute,

und zog sie in diesen Raum,

welcher sofort einen Namen bekam:

PANICROOM

Sie war stark genug geworden,

und hatte hilfreiche Freunde, die ihr halfen

sich diesen scheinbar nie wieder aufhören wollenden

Panikattacken zu stellen.


Als sie klein war, erfuhr sie viele Jahre sexuellen Missbrauch …

Das Kind von einst wurde von KEINEN Erwachsenen beschützt.

Nicht von jenen in der Familie

und nicht von jenen in der Sippe – dem Dorf.

Sie erkannte: Sie war ÜBERLEBENDE …

Sie anerkannte: Sie war ÜBERLEBENDE …

Und es gab so viele ÜBERLEBENDE in dieser Welt.


Plötzlich traten kleine Wasserfälle

heißer Tränen aus ihren Augen

und flossen ihre Wangen hinunter,

während sie das kleine Mädchen von einst flüstern hörte:

„ICH BIN ES NICHT WERT BESCHÜTZT ZU WERDEN;

SONST WÄRE ICH BESCHÜTZT WORDEN.

ICH BIN SO VIEL NICHT WERT.“


Hier bekam sie, die Erwachsene, einen Traum geschenkt.

In diesem Traum saß sie hoch oben auf einem Berg –

Ihrem persönlichen emotionalen Mount Everest.

Sie sah ihr Leben wie einen Film im Himmel,

der angehalten wurde.

Hier spürte sie ihren tiefen Schmerz auf allen Ebenen …

Sie konnte einfach nicht mehr …

und dann hörte sie eine Stimme sprechen:

„Gib deine Kontrolle ab. Entspanne.

Gib uns deinen Schmerz.

Nicht nur den Körperlichen, auch den Seelischen.“

Sie tat es …  

Ein Schrei drang aus ihr heraus …

Ein URSCHMERZSCHREI, über all diese so scheißtiefe Verletzung auf allen Ebenen. Der Schmerz über das in Besitz genommen werden, den körperlichen und seelischen Schmerz, die Hilflosigkeit, die Ohnmacht, die Unterdrückung, das benutzt werden, wie ein Ding und die Verletzung der Würde als weibliches Wesen, dass sie als Kind schon war.  

Es war so befreiend … so befreiend …

Und im Traum flog ein Vogel aus ihrem Schoß heraus

und war der glücklichste Vogel der Welt,

in der Freiheit, die er nun erfahren durfte.

Im Traum ging ihr Lebensfilm weiter

und ein Regenbogen legte sich über ihr Leben.


Es dauerte nicht lange,

da schenkte ihr das reale Leben ein Ereignis

und dieser Urschmerz kam als Schrei

nicht nur aus ihrer Kehle,

sondern aus ihrem tiefsten Sein.

Ein Schrei, den man nicht inszenieren kann …

Und sie fühlte die innere Freiheit,

welche sie die Befreiung des Vogels im Traum verstehen ließ.

Heiße Tränen – eine Mixtur von

Schmerz, Dankbarkeit, Demut & Freude

rannen ihre Wangen hinunter.

Nachdem ihre Augen trockengeweint

und ihr Gesicht salzverkrustet war,

richtete sie sich auf und sagte:

„AB HEUTE WIRD ALLES ANDERS SEIN. ICH BIN ES WERT.“


Ihr Weg zur tiefen Selbstliebe war lang …

Ihr Weg war steinig & schmerzvoll …

Ihr Weg schien so oft endlos zu sein …

Sie ging ihren Weg, so wie Sie ihn gehen konnte.

Sie hat aufgehört sich selbst zu be & verurteilen.

Ihr Weg geht nun weiter …

Doch die Pflastersteine haben nun eine Herzform …

Damit sie nie wieder die Liebe zu sich selbst vergisst.

(c) Sabine C. Pahlke

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Gästebuch

Sabine C. Pahlke
27.10.2021 09:10:06
Ich mag einen Test machen, lächel, weil neu angelegt.
Kommentar:
es funktioniert *hihi


 
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